| Kommentar |
Als prägende Figur innerhalb der so genannten „Moskau-Tartu-Schule der Semiotik“ erarbeitete der russische Literaturwissenschaftler und Zeichentheoretiker Jurij Lotman seit den 1960er Jahren grundlegende Beiträge zu einer Kultursemiotik. Im Seminar werden zentrale Begriffe von Lotmans Kultursemiotik behandelt (u.a. Semiosphäre, Zentrum und Peripherie, kulturelles Gedächtnis); hierbei sind zeichentheoretische Vorkenntnisse von Vorteil, aber nicht Voraussetzung. Zu Beginn der Veranstaltung werden wesentliche Grundlagen der Semiotik vermittelt. Im Nachvollzug von Lotmans eigenen historischen Zugriffen – insbesondere auf das 18. und 19. Jahrhundert – werden Abschnitte aus dessen Kulturgeschichte des russischen Adels (Russlands Adel. Eine Kulturgeschichte von Peter I. bis Nikolaus I.) gelesen. Es wird die Bereitschaft zur gründlichen Vorbereitung der Seminarlektüre erwartet. Der Seminarplan und sämtliche Formalia werden in der ersten Seminarsitzung vorgestellt und besprochen. |
| Literatur |
(u.a.) Jurij Lotman, Die Innenwelt des Denkens. Eine semiotische Theorie der Kultur (hrsg. von Susanne K. Frank, Cornelia Ruhe und Alexander Schmitz), Berlin 2010.
Jurij Lotman, Rußlands Adel. Eine Kulturgeschichte von Peter I. bis Nikolaus I., Köln (u.a.) 1997.
Marek Tamm, Peeter Torop (Hrsg.), The Companion to Juri Lotman. A Semiotic Theory of Culture, London/New York 2022. |