| Kommentar |
Der „Gorgias“ gehört bis heute zu den bekanntesten Dialogen Platons. In einem fiktiven Gespräch zwischen Sokrates, Gorgias, Polos und Kallikles entwickelt Platon die Philosophie aus der radikalen Abgrenzung von der Sophistik.
Der sophistische Redner ist im Stande, z.B. vor Gericht oder in der Politik, dank seiner Wortgewandtheit die schwache Sache zur starken zu machen. Er stellt seine Fähigkeit dabei in den Dienst persönlicher Interessen, nicht aber in den der Wahrheit. Diese ist demgegenüber der ausschließliche Maßstab der Dialektik – Platons Bezeichnung für die Philosophie. Darüber hinaus provoziert er mit der These, dass Unrecht zu tun schlimmer sei als Unrecht zu erleiden, da der, der unrecht handelt, Schaden an seiner Seele davon trüge.
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| Voraussetzungen |
Die Teilnahme am Seminar setzt die Bereitschaft zum vorbereitenden und kontinuierlichen Textstudium voraus. Es wird erwartet, daß sich die Studierenden (ab zweites Studiensemester) vor Veranstaltungsbeginn Kenntnisse über den Referenztext aneignen und diesen für jede Sitzung, dem Semesterplan entsprechend, sorgfältig studieren.
Zum Studium der Philosophie gehört ebenso die Einübung in die Artikulation philosophischer Argumentationen in Wort und Schrift, die in den Seminaren praktiziert wird. Die Teilnahme an der ersten Sitzung des Seminars ist obligatorisch. |