Das Kolloquium widmet sich dem Hauptwerk Günther Anders’, Die Antiquiertheit des Menschen (1956/1980), das zu den einflussreichsten kulturkritischen Schriften des 20. Jahrhunderts zählt. Anders analysiert darin die tiefgreifenden Veränderungen menschlicher Existenz im Zeitalter technischer Apparaturen und atomarer Bedrohung. Anders diagnostiziert unter dem Titel der „prometheischen Scham“ eine Entfremdung und Entgrenzung technischer Macht und technischer Wirksamkeit. Im Kolloquium werden zentrale Thesen des Werkes gemeinsam diskutiert, darunter: die Diskrepanz zwischen menschlicher Vorstellungskraft und technischer Produktionsmacht, die Kritik an der industriellen Massenproduktion und am technischen Fortschrittsglauben, die Frage nach Verantwortung, Moral und Handeln angesichts technologischer Risiken sowie die Aktualität von Anders’ Analyse für digitale Technologien und KI.
Die Textgrundlage und der Seminarplan sind über OLAT abrufbar:
https://olat.vcrp.de/url/RepositoryEntry/5009474239
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