| Kommentar |
In seinen philosophischen Schriften der 40er und beginnenden 50er Jahre, besonders in der Phänomenologie
der Wahrnehmung (1945), setzt sich Merleau-Ponty mit den konkreten Bedingungen der menschlichen
Orientierung in der Welt auseinander. Dem klassischen Dualismus zwischen Leib und Seele begegnet er mit einem säkularen Konzept der Inkarnation. In den 50er Jahren schreibt er diese Untersuchungen nicht nur fort, indem er sich z.B. mit den Ausdrucksformen des Kinos und der Malerei auseinandersetzt, er entdeckt darüber hinaus in den verschiedenen Ausdrucksereignissen der Literatur und Kunst eine Struktur, die sich auch in den Wissenschaften dokumentiert und zu einem neuen Verständnis der Phänomenologie Husserls führt.
Im Seminar werden die wichtigsten Aufsätze und Essays Merleau-Pontys aus den Jahren zwischen 1945 und 1961 behandelt. Hierzu gehören u.a.: Der Zweifel Cézannes, Lob der Philosophie, Das indirekte Sprechen und die Stimmen des Schweigens, Der Philosoph und sein Schatten, Das Auge und der Geist. |
| Literatur |
Textgrundlage (zur Anschaffung!!!): Maurice Merleau-Ponty, Das Auge und der Geist. Philosophische Essays, hrsg. v. C. Bermes, Hamburg 2003.
Weiterführend Literatur: R. Barbaras, De l’être du phénomène. Sur l’ontologie de Merleau-Ponty, Grenoble
1991; C. Bermes, Merleau-Ponty zur Einführung, Hamburg 20204; F. Dastur, Chair er langage. Essais sur
Merleau-Ponty, La Versanne 2001; Alexandre Métraux/Bernhard Waldenfels (Hg.), Leibhaftige Vernunft.
Spuren von Merlaus-Pontys Denken, München 1986; Bernard Waldenfels, Phänomenologie in Frankreich, Frankfurt a.M. 1987. |
| Voraussetzungen |
Die Teilnahme am Seminar setzt die Bereitschaft zum vorbereitenden und kontinuierlichen Textstudium voraus. Es wird erwartet, daß sich die Studierenden (ab zweites Studiensemester) vor Veranstaltungsbeginn Kenntnisse über den Referenztext aneignen und diesen für jede Sitzung, dem Semesterplan entsprechend, sorgfältig studieren.
Zum Studium der Philosophie gehört ebenso die Einübung in die Artikulation philosophischer Argumentationen in Wort und Schrift, die in den Seminaren praktiziert wird. Die Teilnahme an der ersten Sitzung des Seminars ist obligatorisch. |