Im Zentrum dieses Seminars steht John Rawls’ Konzept der Gerechtigkeit als Fairness, erstmals entworfen in A Theory of Justice (1971). Rawls (1921–2002) entwickelt zwei Gerechtigkeitsprinzipien: das Prinzip gleicher Grundfreiheiten für alle und das Differenzprinzip, das soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten nur zulässt, wenn sie den am schlechtesten Gestellten zugutekommen.
Der Kurs richtet sich an Bachelor-Studierende der Philosophie und bietet eine textnahe Analyse von Rawls’ primären Argumenten vor dem Hintergrund der liberalen Tradition und ihrer Kritik. Wir diskutieren die Rezeption in Debatten um Wohlfahrtsstaat, globale Gerechtigkeit und demokratische Teilhabe. Ziel ist es, die Aktualität des Fairness-Begriffs zu ergründen und seine Implikationen für Verteilungs- und Anerkennungsfragen im 21. Jahrhundert herauszuarbeiten. |