Architektur ist selten neutral; sie ist oft gebauter Ausdruck von Herrschaftsansprüchen und staatlicher Selbstdarstellung. Dieser Kurs untersucht das Phänomen, warum über Epochengrenzen, unterschiedliche Regierungsformen und wechselnde Ideologien hinweg immer wieder auf klassizistische Formensprachen zurückgegriffen wird. Wir analysieren die Argumentationsmuster hinter normativen Ästhetikvorstellungen, die einen Bogen von der Antike über die Renaissance bis in die Moderne spannen. Dabei hinterfragen wir die Korrelation zwischen klassischen Ordnungen und der Versinnbildlichung von Macht. Um diese Mechanismen zu dekonstruieren, vermittelt die Lehrveranstaltung neben dem historischen Überblick die notwendigen Techniken der Architekturbeschreibung sowie das fundierte Fachvokabular der Architekturterminologie. |