| Kommentar |
Das Seminar widmet sich der Kunst der Belle Époque und untersucht, wie Malerei und Grafik zwischen 1870 und 1914 die Erfahrung der Moderne reflektieren und prägen. Ausgangspunkt bildet Charles Baudelaires Konzept von La vie moderne, das die Wahrnehmung von Gegenwart, Großstadt und gesellschaftlichem Wandel in den Mittelpunkt rückt. Anhand zentraler Werke u. a. von Édouard Manet, Claude Monet, Berthe Morisot, Mary Cassatt oder Henri de Toulouse-Lautrec werden künstlerische Strategien im Umgang mit Themen wie Urbanität, Flanerie, Wahrnehmung, Mode, Medien und Konsum analysiert. Dabei stehen sowohl ikonische Gemälde als auch grafische Techniken und populäre Bildmedien im Fokus. Das Seminar verbindet kunsthistorische Werkbetrachtung mit kulturgeschichtlichen Fragestellungen: Wie verändert die Großstadt Paris die Wahrnehmung? Welche Rolle spielen neue Bildmedien und der Kunstmarkt? Und wie werden soziale Rollen, insbesondere Geschlechterbilder und Elitekulturen, visuell inszeniert? Tagesexkursion zur Ausstellung La vie moderne in der Kunsthalle Mannheim am 9. Juli 2026, die eine direkte Auseinandersetzung mit Originalwerken ermöglicht und die im Seminar erarbeiteten Inhalte vertieft. |