| Kommentar |
Das Seminar untersucht die Kunst des 18. Jahrhunderts nicht nur als Abfolge von Werken, sondern als zentrales Medium der Aufklärung. Im Fokus steht die Frage, wie Bilder Wissen, Moral und gesellschaftliche Ordnungen formen. Anhand ausgewählter Beispiele – von Hogarths moralischen Bildserien über den Klassizismus (Winckelmann, Vien, Mengs) bis hin zu Salon, Kunstkritik und Kunstmarkt – wird gezeigt, wie sich Kunst in neuen öffentlichen Kontexten etabliert.Weitere Schwerpunkte sind die Formierung neuer sozialer Gruppen und Wissenseliten, etwa im englischen Porträt oder in Darstellungen von Wissenschaft und Industrie, sowie die politische Dimension von Natur im Landschaftsgarten. Die Sitzung zur Französischen Revolution zeigt exemplarisch, wie Bilder zu Instrumenten politischer Propaganda werden, während gleichzeitig Karikatur und Druckgrafik kritische Gegenbilder erzeugen. Schließlich wird mit Beispielen aus der Alltagskultur – von politischen Bildnissen bis zu Objekten wie dem Wedgwood-Medaillon – untersucht, wie Bilder jenseits der „hohen“ Kunst in das tägliche Leben eingreifen und moralisches wie politisches Handeln beeinflussen. Durchgehend wird gefragt, wie das Visuelle im 18. Jahrhundert geschlechtlich strukturiert ist. Ziel des Seminars ist es, Kunst im Kontext der Aufklärung als Teil gesellschaftlicher, politischer und medialer Prozesse zu verstehen. |