| Kommentar |
Das interdisziplinäre Seminar widmet sich dem Gasthaus als einem paradigmatischen Schwellenort zwischen Öffentlichkeit und Privatheit, Mobilität und Sesshaftigkeit, Norm und Abweichung. Als sozialer, kultureller und ästhetischer Raum fungiert das Gasthaus seit der Frühneuzeit als Ort verdichteter Begegnung, sozialer Aushandlung und symbolischer Ordnung – und zugleich als Projektionsfläche für moralische, politische und geschlechtliche Diskurse. Ausgehend von theoretischen Konzepten wie Schwelle, Liminalität und „dritter Ort“ führt das Seminar in zentrale methodische Zugänge der Kunstgeschichte und der Romanistik ein und fragt nach den medialen, narrativen und ikonographischen Formen, in denen Gasthäuser, Wirtshäuser, Cafés, Bars und Hotels dargestellt werden. Im Zentrum stehen dabei Repräsentationen des Gasthauses als sozialer Mikrokosmos, als Ort von Moral und Kontrolle, von Gerücht und Politik, von Alltag, Entfremdung, Kriminalität, Nostalgie sowie als gegenderter und queerer Raum. Der Seminarverlauf ist chronologisch aufgebaut (16.–20. Jahrhundert) und wird durch thematische Vertiefungen ergänzt. Analysiert werden sowohl literarische Texte als auch bildkünstlerische Werke, u. a. aus Malerei, Grafik und visueller Kultur. Ziel ist es, vergleichende Perspektiven auf Bild und Text zu entwickeln und die historischen Transformationen von Raumkonzepten, Sozialformen und ästhetischen Codierungen sichtbar zu machen. Das Seminar richtet sich an Studierende der Kunstgeschichte und der Romanistik mit Interesse an interdisziplinärer Arbeit, Raumtheorien sowie kulturhistorischen Fragestellungen. Aktive Teilnahme, regelmäßige Lektüre und die Bereitschaft zur vergleichenden Analyse werden vorausgesetzt. |
| Voraussetzungen |
Das Seminar richtet sich an Studierende der Kunstgeschichte und der Romanistik mit Interesse an interdisziplinärer Arbeit, Raumtheorien sowie kulturhistorischen Fragestellungen. Aktive Teilnahme, regelmäßige Lektüre und die Bereitschaft zur vergleichenden Analyse werden vorausgesetzt. |