| Kommentar |
Bis heute prägt Rawls die Debatten in der politischen Philosophie, etwa zu Fragen sozialer Ungleichheit, Verteilungsgerechtigkeit und Legitimität staatlicher Institutionen. Mit seinem Werk "Eine Theorie der Gerechtigkeit", welches 1971 veröffentlicht wurde und zu den einflussreichsten philosophischen Arbeiten der politischen Philosophie im 20. Jahrhundert zählt, entwickelt er eine normative Theorie der Gerechtigkeit für moderne demokratische Gesellschaften. Die Relevanz von Rawls’ Theorie liegt darin, dass sie eine systematische Alternative zu utilitaristischen Ansätzen – etwa denen von Jeremy Bentham oder John Stuart Mill – bietet. Während der Utilitarismus das größtmögliche Glück der größtmöglichen Zahl anstrebt, kritisiert Rawls, dass dabei individuelle Rechte und faire Chancen leicht vernachlässigt werden können. Seine Theorie stellt daher Gerechtigkeit als Fairness („justice as fairness“) in den Mittelpunkt politischer Ordnung. Wir werden in diesem Semester Ausschnitte aus seinem wichtigsten Buch lesen. |
| Literatur |
Textgrundlage: Rawls, John: Eine Theorie der Gerechtigkeit. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Verlag, 23. Aufl. 2021. Als optionale ergänzende Lektüre: Rawls, John: Gerechtigkeit als Fairneß: politisch und nicht metaphysisch. In: Honneth, Axel (Hg.): Kommunitarismus. Eine Debatte über die moralischen Grundlagen moderner Gesellschaften. Frankfurt am Main: Campus Verlag, 1993. |
| Voraussetzungen |
Die Teilnahme am Seminar setzt die Bereitschaft zum vorbereitenden und kontinuierlichen Textstudium voraus. Es wird erwartet, daß sich die Studierenden (ab zweites Studiensemester) vor Veranstaltungsbeginn Kenntnisse über den Referenztext aneignen und diesen für jede Sitzung, dem Semesterplan entsprechend, sorgfältig studieren.
Zum Studium der Philosophie gehört ebenso die Einübung in die Artikulation philosophischer Argumentationen in Wort und Schrift, die in den Seminaren praktiziert wird. Die Teilnahme an der ersten Sitzung des Seminars ist obligatorisch. |