| Kommentar |
Iris Murdoch (1919-1999) war eine bekannte britische (Moral-)Philosophin und Schriftstellerin. Sie gehörte zu einer Gruppe aus vier Oxforder Philosophinnen (Elizabeth Anscombe, Philippa Foot, Mary Midgley, Iris Murdoch), die die Ethik/Moralphilosophie zur Zeit des zweiten Weltkrieges revolutionierten, was ihnen den Namen "The Wartime Quartet" einbrachte. Sie alle kritisierten die damals vorherrschende Position des Nonkognitivismus (insbesondere des Emotivismus und Präskriptivismus), die für eine Trennung von Tatsachen und Werten eintritt und moralische Aussagen für nicht verifizierbar hält und daher für sinnlos erklärt. Im Gegensatz dazu vertreten Murdoch & Co. einen moralischen Realismus bzw. Objektivismus. Trotz vieler Gemeinsamkeiten hebt sich Murdoch von den anderen Philosophinnen ab -- nicht zuletzt durch die christlichen, aber auch hinduistischen und buddhistischen Prägungen ihrer Gedanken sowie die Tatsache, dass Murdoch nur wenige philosophische Abhandlungen -- im 'klassischen Sinne' -- hinterließ und ebenfalls ihrer schriftstellerischen Leidenschaft nachging. Sie verfasste zeit ihres Lebens 26 Bücher, von denen einige britische Literaturpreise gewannen. Im Seminar befassen wir uns mit der Aufsatzsammlung Die Souveränität des Guten, die als Hauptquelle der philosophischen Arbeiten Murdochs anzusehen ist, erhaschen aber -- sofern die Zeit es zulässt -- ebenso Einblicke in ihr literarisches Schaffen. |
| Voraussetzungen |
Die Teilnahme am Seminar setzt die Bereitschaft zum vorbereitenden und kontinuierlichen Textstudium voraus. Es wird erwartet, daß sich die Studierenden (ab zweites Studiensemester) vor Veranstaltungsbeginn Kenntnisse über den Referenztext aneignen und diesen für jede Sitzung, dem Semesterplan entsprechend, sorgfältig studieren.
Zum Studium der Philosophie gehört ebenso die Einübung in die Artikulation philosophischer Argumentationen in Wort und Schrift, die in den Seminaren praktiziert wird. Die Teilnahme an der ersten Sitzung des Seminars ist obligatorisch. |